Sonntag, 8. November 2015

Im Autorenleben von...

Michael Paul

 
Heute möchte ich euch einen Autoren vorstellen, dessen Namen man sich merken sollte!
Michael Paul hat mich mit seinem Debüt "Wimmerholz" überzeugen und begeistern können. Vor allem, die Geschichte hinter "Wimmerholz", die ihr hier nachlesen könnt und die akribische Recherchearbeit hat mich sehr beeindruckt!

Zum Buch später mehr. Jetzt wird es Zeit euch Michael Paul in Schrift und Bild vorzustellen!




Ich bin 1963 geboren und lebe mit meiner Familie im Schwarzwald.

 Ich liebe es, mit einem guten Buch bei einem leckeren italienischen Rotwein nach meiner weiteren Arbeit als Unternehmensberater zu entspannen. Gerne schaue ich packende, aber gerne auch romantische Filme an und höre die Musik der 70er und 80er. Das Wochenende nutzen meine Frau und ich auch zu Motorradtouren durch den Schwarzwald oder das nahe Elsaß. Ich liebe die Toskana, Schweden und die Ostsee. Doch am wohlsten fühle ich mich mit meiner wunderbaren Familie zuhause.

Nachdem ich Anfang der 2000er Jahre mit dem Schreiben begonnen habe, fragten mich Bekannte: Was treibt dich an?

"Es ist die Neugier auf das Leben, die Leidenschaft für die Dinge, die ich tue, und die Freude daran, gute Geschichten zu erzählen. Ich möchte mit dem, was ich erschaffe, Menschen unterhalten, berühren, bewegen, zum Nachdenken bringen." 
Wenn ich es schaffe, besondere, historische Ereignisse oder prägende Zeiten auch jungen Menschen heute auf unterhaltsame und spannende Weise wieder näher zu bringen, als es heute der Schulunterricht schafft, und etwas gegen das Vergessen beitragen kann, bin ich sehr zufrieden.


Quelle:http://www.michael-paul.eu



Bücher



Michael Paul
Wimmerholz

Taschenbuch: 444 Seiten
Verlag: tredition (14. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3849577643


Kurzbeschreibung:


Nach einer wahren Begebenheit - Mai 1945 – Königsberg
 
Die legendäre Hauptstadt Ostpreußens ist Ausgangspunkt einer Odyssee über das mystische Gotland bis nach Småland. Feldwebel Martin Greven, seine junge Liebe Greta Sandberg und die 10-jährige Lena ahnen nicht, dass sie wegen des Schlüssels zu einem der mysteriösesten Schätze der Welt von einem Geheimbund gejagt werden.

Währenddessen werden Martins Kameraden in Schweden interniert - mit dem Versprechen, sie nach Deutschland zu entlassen. Sie wissen nicht, dass die Regierung in Stockholm längst andere Pläne hat. Was folgt, ist absolut unfassbar.

Der „Blutige Freitag“ zählt zu den traumatischsten Erlebnissen Schwedens in der Nachkriegszeit. In Deutschland hingegen kennt kaum jemand die dramatischen Begebenheiten um die deutschen Soldaten.

Eingebettet in diese historischen Ereignisse entwickelt sich die Geschichte um Liebe und Hoffnung, Leben und Tod – und hält den Leser bis zur letzten Seite gefangen.

 


Die zehn Fragen
 

 
 


1. Fallen die ersten Sätze schwer, die du für ein neues Buch schreibst?


Der erste Satz ist ja angeblich besonders wichtig. Ich mache mir dazu tatschlich schon besonders Gedanken. Das gilt aber auch für die ersten zwei, drei Seiten. Denn der Interessent in der Buchhandlung liest sicher mehr als nur den einen Satz, um sich einen Eindruck zum Schreibstil zu machen. Oder er liest – wie ich - einen zufällig gewählten Absatz mittendrin.




 2. Fühlst du mit deinen Protagonisten?



Und wie! Für die Entwicklung der wichtigsten Charaktere nehme ich mir viel Zeit, bevor ich zu schreiben beginne. Das ist bei der Art von Romanen, die ich schreibe (historic ficton, in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts) ebenso wichtig wie eine sehr intensive Recherche, auch vor Ort. Während des Schreibens hängen überall an meinem Schreibplatz Fotos meiner Figuren (die ich vorher für sie ausgesucht habe, wie im Casting), und rede mit Ihnen, sage „Guten Morgen, Frau Baronin!“ oder frage die Geliebte meines Helden, wie sie geschlafen hat oder lobe sie für das schöne Kleid, das sie heute trägt. Das ist wichtig, damit die Figuren durch den ganzen Roman glaubwürdig sind und schlüssig handeln.




 3. Der Tag des Erscheinungstermins - schläfst du in der Nacht zuvor gut?



Da schlafe ich wunderbar. Nervös zu sein, macht ja dann eigentlich keinen Sinn mehr, denn da ist doch alles schon gelaufen. Aber ein bisschen Aufregung ist natürlich dabei. Schließlich arbeitet man viele Monate darauf hin.




 4. Hast du Lampenfieber vor einer Lesung?



Ich liebe Lesungen! Der direkte Kontakt zum Leser ist großartig und da bin ich auch ein bisschen Rampensau. Daher machen mir die Veranstaltungen viel Spaß und kommen auch sehr gut an. Für meine Lesungen ist alles sehr gut vorbereitet und den Gästen wird ein spannender, emotionaler und abwechslungsreicher Abend geboten. Lampenfieber habe ich natürlich trotzdem. Das muss auch sein, denn es sorgt für die Aufmerksamkeit. Nach drei Minuten auf der Bühne ist es aber dann schon fast weg. Nervös ist man manchmal, ob der Ablauf, die Übergangen zwischen den verschiedenen Blöcken klappt mit lesen, erzählen, berichten, Bildern und Videos. Auch die Technik kann einem ja mal einen Streich spielen und wenn man den Ort vorher nicht kennt, kann etwas fehlen oder nicht funktionieren. Das ist für mich viel schlimmer. Daher bringe ich immer sicherheitshalber alles mit, was notwendig ist, auch Leinwand, Beamer, Verlängerungskabel, Tesafilm etc. Das beruhigt mich im Vorfeld.




 5. Schreibblockade – wie gehst du damit um oder kennst du das gar nicht?



Bei meinem ersten Roman „Wimmerholz“ erlebte ich das nicht. Beim aktuellen Roman, an dem ich arbeite, habe ich über 200 Seiten Manuskript en bloc in der Toskana schreiben können. Dann war der Anschluss wieder zuhause nicht leicht und dann starb mein Vater. Das nimmt einen erstmal aus der kreativen Arbeit raus. Kurz darauf hat mich eine Agentin unter Vertrag genommen und setzte Termine, damit wir perfekt für die Buchmesse vorbereitet waren. Das hat mich dann im August und September ganz schön ins Schwitzen gebracht. Aber das war gut so, hat mir geholfen, wieder einzusteigen und zu schreiben.




6. Was war der Auslöser dafür, dass du dich ans Schreiben deines ersten Buches gesetzt hast?


Da kamen verschiedene Faktoren zusammen. Die Lust am Schreiben hatte ich schon lange. Die Schreiberei liegt dazu in der Familie, mein Vater hat früher viele Liebesromane geschrieben, die als Fortsetzungsromane in Zeitschriften erschienen sind. Meine Mutter hat viele Jahre für eine Lektorin gearbeitet. Auf der Suche nach einem Thema habe ich zunächst in der Geschichte meines Großvaters recherchiert, der als Soldat in Königsberg war und dort in russische Gefangenschaft geriet. Das Leben hat ihm gerettet, dass er ein großer Musiker war. Damit war ein wunderbares Motiv für meinen Roman klar. Dann stieß ich auf die dramatischen Ereignisse rund um den „Blutigen Freitag“ in Schweden im November 1945 und brachte dies mit einer spannenden fiktiven Geschichte zusammen. Davor lagen aber 15 Monate intensiver Recherche. Ich liebe diese spannende Recherchephase, die immer auch mit einer Reise zu den Spielorten verbunden ist und beeindruckenden Gesprächen mit Zeitzeugen. Das gehört bei mir am Ende zum Buch genauso dazu wie das Schreiben selbst oder später die Lesungen.



7. Hast du Einfluss auf den Klappentext und das Cover?



Mein „Wimmerholz“ habe ich als Selfpublisher herausgebracht. Das Cover habe ich professionell gestalten lassen, aber ganz nach meinen Vorgaben. Und der Klappentext entstand gemeinsam mit meiner Lektorin. Für das Cover habe ich in der Regel schon klare Vorstellungen. Auch für den aktuellen Roman habe ich das Bild schon genau vor Augen. Da es ein historisches Bild ist, drängt es sich förmlich auf. Aber in der Zusammenarbeit mit Agentin und Verlag muss man offen sein und auch auf deren Erfahrung vertrauen. Da muss man eigene Eitelkeiten ggf. hintenanstellen und auf die Erfahrung anderer Profis vertrauen. Es soll sich ja dadurch hoffentlich noch besser verkaufen.



8. Wenn ein Buch von dir verfilmt wird/werden würde, dann…


…wäre das phantastisch! Das ist für einen Buchautor heute doch auch wie eine Auszeichnung. Gerade über die Zeit, in der ich schreibe, gibt es schon viele Filme, die aber alle meist eine bestimmte Sicht auf den Krieg haben. Ich versuche meine Leser auf andere Weise und mit anderer Perspektive in eine Zeitreise mitzunehmen, zu der manche zu Beginn noch gar nicht so richtig bereit sind. In einer spannenden Geschichte verpacke ich gleichzeitig viele interessante Fakten, so dass z.B. Lesungen mit Schülern regelrecht ein bisschen Geschichtsunterricht werden, aber unterhaltsam und daher so, dass es auch die jungen Leser erreicht. Das Medium Film ist dazu in der Zeit schnellen, kurzen Konsums noch viel mehr in der Lage als ein Buch, auch wenn es dann sehr kompakt ist.




9. Das bisher schönste Kompliment, das dir ein Leser zu einem deiner Bücher gemacht hat?



„Ich habe bei Deinem Buch geweint, ich habe gelacht, ich habe Dich geliebt, ich habe Dich gehasst! Und ich wollte, dass die Geschichte nie zu Ende geht.“ Mehr geht nicht, oder?




10. Du schreibst deine Biographie. Der Titel wäre….


Ha, ha, die habe ich schon geschrieben, über die ersten 47 Jahre meines Lebens (bis 50 konnte ich einfach nicht warten!), 464 Seiten mit vielen Bildern und einer CD mit 60 Liedern meines Lebens. Der Titel… ach ja, „Wurzeln“. An Teil zwei „Flügel“ werde ich erst in vielen Jahren arbeiten, hoffentlich…



Herzlichen Dank, lieber Michael Paul!

 


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