Mittwoch, 29. März 2017

Rezension-Drei Meter unter Null

Marina Heib
Drei Meter unter Null

Thriller




Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27111-1
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne Encore
Erscheinungstermin: 6. März 2017









Kurzbeschreibung: 

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Meine Meinung: 

Heute gibt es mal eine etwas andere Rezension von mir. Der Klappentext reicht zur Story vollkommen aus und auch sonst werde ich zur Story nur wenig verraten.

Ich vermeide immer andere Rezensionen und Meinungen zu einem Buch zu lesen, das ich selbst noch nicht gelesen habe und rezensieren möchte. So auch bei "Drei Meter unter Null". Eine sehr gute Entscheidung. Ich hatte nur den Klappentext gelesen. Hatte eine ähnliche Story wie bei der "Spiel-Trilogie" von Jeff Menapace erwartet, vielleicht auch ähnlich zur Totenfrau-Trilogie von Bernhard Aichner. Was ich dann zu lesen bekam war allerdings unvergleichlich zu irgendeinem anderen Thriller.

Wir haben es hier mit einem Thriller zu tun, der anders ist, was schon auf den ersten Seiten vollkommen klar wird. Ich weiß nicht, mit welchem Buch ich den Schreibstil vergleichen könnte, denn mir fällt da kein Thriller ein. Den Schreibstil extra in einer Rezension zu erwähnen halte ich eigentlich für unnötig und ich mache das auch nicht gerne aber bei diesem Buch muss das unbedingt gesagt werden, denn die Autorin ist wortgewandt, wie ich es selten in Thrillern erlebt habe. Phänomenal!

"Drei Meter unter Null" behandelt ein Thema, das für mich sehr schwer zu ertragen war. Natürlich kommen Morde in der Story wahrlich nicht zu kurz, allerdings ist das nicht das Erschreckende, denn das gehört einfach zu einem Thriller. Das grausame ist das Warum. Gibt es einen "guten Grund" zu töten? Nein, eigentlich niemals. Eigentlich.... In "Drei Meter unter Null" ist Vieles "eigentlich"  aber eigentlich habe ich die Hauptperson sehr gut verstehen können.

Die Hauptperson war schon immer anders. Es fällt ihr schwer "normal" zu sein. Als Kind wollte sie Pipi Langstrumpf werden oder Winnetou. Sie wächst behütet auf, mit liebevollen und verständnisvollen Eltern. Vor allem ihr Vater unterstützt seine Tochter immer, steht immer hinter ihr und die Liebe, die er für seine Tochter empfindet ist in dem Buch allgegenwärtig. Trotzdem hat sie Anpassungsschwierigkeiten. Sie nimmt sich zusammen, ist sehr gut in der Schule, hat demzufolge später einen guten Job, ist erfolgreich. Dann nimmt sie ein Sabbatjahr. Nicht zur Selbstfindung oder doch? Sie will töten. Rache.Sie ist die Wölfin.

Man erfährt viel von der Kindheit der namenlosen Protagonistin, bis Marina heib gnadenlos zuschlägt und plötzlich hatte ich eine Gänsehaut, die ich gar nicht mehr wegbekommen habe. Selbst jetzt, beim Schreiben meiner Rezi, überzieht eine Gänsehaut meinen Rücken und meine Arme.

Es kommt so gut wie nie vor, dass ich Taschentücher beim Lesen eines Thrillers brauche, ich gebe aber zu, dass ich das Buch immer wieder für ein paar Minuten weglegen musste um das Gelesene zu verarbeiten, wobei einige Tränen geflossen sind.

"Drei Meter unter Null" ist für mich ein Highlight, einer der grausamsten Thriller, die ich jemals gelesen habe und die Story werde ich wahrscheinlich niemals mehr vergessen.

Hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen? Nein. Ich habe mich gequält, was allerdings überhaupt nicht an dem Buch selbst lag. Ich hatte einfach Angst, wieviel ich von der Protagonistin noch erfahren muss, ob es noch schrecklicher kommen wird und es kam schlimmer, viel schlimmer.

Ich gebe eine absolute Leseempfehlung mit Einschränkungen. Ich denke, man sollte einigermaßen gefestigt und nicht zu sensibel sein um "Drei Meter unter Null" zu lesen. Dann ist der Thriller allerdings ein Must-Read. Unbedingt! Ein echtes Highlight!

Großes Kompliment, Marina Heib! Brilliant!



Kommentare:

  1. Ich lese eigentlich auch nie Rezis bevor ich mich für ein Buch entscheide. Eigentlich. Gut das ich es hier bei dir getan habe. Ich habe das Buch schon einige Male in Augenschein genommen, es aber nie gekauft weil mir der Klappentext nicht so zugesagt hat, der klang irgendwie langweilig. Du hast mich jetzt aber grad restlos überzeugt, jetzt MUSS ich das Buch lesen und fliege jetzt mal schnell ein paar Seiten weiter zu Amazon! Danke!

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    1. Liebe Anja,

      ich habe eben schon gelesen, dass einige das Buch langatmig finden. Falls du erst mal nicht reinkommen solltest, empfehle ich einfach weiterzulesen. Glaub mir, da wird etwas geschehen, dass du dir nicht wirklich vorstellen kannst! Ich weiß nicht, ob man bei dem Buch viel Spaß wünschen kann. Auf jedenfall wünsche ich spannende Lesestunden und geb einfach mal Bescheid, wenn du durch bist ;)

      Bin gespannt, wie es dir gefallen wird!

      Liebe Grüße
      Alex

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    2. Ich habe das Buch heut vormittag schon bestellt und bin schon sehr gespannt. Alex, ich lese es auch wenn ich nicht gleich reinkomme auf jeden Fall weiter, ich mag es einfach nicht ein Buch abzubrechen weil ich danach immer die Angst habe doch noch etwas verpasst zu haben :)

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