Donnerstag, 2. März 2017

Rezension - Good as Gone

Amy Gentry
Good as Gone

Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück. Roman

Originaltitel: Good as Gone
Originalverlag: Houghton Mifflin Harcourt, Boston 2016
Aus dem Amerikanischen von Astrid Arz

Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-10323-4
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: C. Bertelsmann
Erscheinungstermin: 27. Februar 2017






Kurzbeschreibung: 

Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Good as Gone ist ein von Anfang an atemberaubend spannendes Buch darüber, wie wenig wir die kennen, die wir lieben. Amy Gentry spielt grandios mit verschiedenen Erzählperspektiven und führt die Leser auf zahlreiche falsche Fährten – bis zum fulminanten Finale.

Meine Meinung: 

Die 13-jährige Julie wird eines nachts aus dem Hause raus entführt. Da die Polizei keine verwertbaren Spuren hat, wird der Fall zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht vor dem Haus der Familie eine junge Frau auf, die behauptet Julie zu sein. Tom und Anna - die Eltern - sind überglücklich. Bald kommen Anna allerdings Zweifel und sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die 21jährige Frau...

Ich habe mich sehr auf "Good as Gone" gefreut und war gespannt, was mich erwartet! Dass "Good as Gone"  kein Thriller ist, kann man schon dem Cover entnehmen. Das Buch wird als Roman deklariert, was es auch ist. Trotzdem hatte ich auf einen Spannungsroman gehofft...

Der Anfang des Romans ist vielversprechend und auch spannend, allerdings hat bei mir die Spannung bald nachgelassen. Die Geschichte wird aus der Sicht Annas erzählt, allerdings habe ich einfach keinen Zugriff auf die Mutter und auch nicht auf die anderen Charaktere bekommen. Im zweiten Erzählstrang wird aus der Sicht unterschiedlicher Frauen berichtet, was mich zugegebenermaßen verwirrt hat. Ich konnte diesem Erzählstrang einfach nicht folgen, kann aber gar nicht so genau sagen, warum eigentlich, denn der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich bei Anna oder den Frauen, von denen erzählt wird bin, sondern eher außen vor. Mich konnten die Figuren einfach nicht berühren und ich war froh, wenn es wieder zu einem Kapitel, das Anna betrifft zuging, denn dieser hat mich weitaus mehr interessiert.

Bald wird dem Leser klar, was es mit den Frauen auf sich hat und langsam aber sicher geht der Roman einem Ende zu, das mir wiederum ganz gut gefallen hat. Die fehlende Spannung, die mich persönlich über das Buch begleitet hat, wurde mit Hochspannung zum Finale wieder wettgemacht. Trotzdem kam mir das Ende dann doch zu schnell und hat mich nicht zu 100% zufriedengestellt, denn es blieben doch einige Fragen, die mich umtrieben, offen.

Für mich waren einige Handlungen und auch Gefühle der Familie einfach nicht nachvollziehbar. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich mein Kind, wenn es mit 13 verschwinden würde, mit 21 nicht mehr oder nur schwer erkennen würde. Ich weiß es nicht und hoffe inständig, dass ich so etwas niemals erleben muss, deshalb erlaube ich mir da auch gar kein Urteil, sondern nehme es einfach so hin, dass Anna sich diesen Fragen und noch viel mehr stellen muss. Trotzdem hat es mich nachdenklich gemacht, was ich wiederum an Büchern, die das bei mir schaffen, sehr mag!

Alles in allem ist "Good as Gone"  ein solider Roman, der interessant ist und bei dem man unbedingt wissen muss wie er ausgeht, allerdings hat mir die Spannung etwas gefehlt. Manchmal ist der Zeitpunkt, zu dem man ein Buch liest, allerdings auch nicht der Richtige. Vielleicht habe ich so einen Zeitpunkt ja auch erwischt...


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